Pflicht des Verwalters zur Anmeldung der bevorrechtigten Hausgeldansprüche im Zwangsversteigerungsverfahren

Der BGH entschied mit Urteil vom 08. 12. 2017 – V ZR 82/17: „Wird von Dritten die Zwangsversteigerung in das Sondereigentum eines Wohnungseigentümers betrieben, ist der Verwalter grundsätzlich verpflichtet, die bevorrechtigten Hausgeldansprüche der Wohnungseigentümergemeinschaft in dem Zwangsversteigerungsverfahren anzumelden.“

Die Pflicht des Verwalters ergibt sich insbesondere aus dem § 27 Abs. 1 Nr. 4, Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 WEG. Die Wohnungseigentümergemeinschaft muss aber berechtigt sein, die Hausgeldansprüche zu verlangen. In der Praxis ist es aber für den Verwalter meist schwierig zu beurteilen, ob der Betroffene „werdender Eigentümer“ ist. Hierbei genügt es nicht, dass nur in das Grundbuch Einsicht genommen wird. Vielmehr muss der werdende Eigentümer auch den Besitz an der Wohnung haben. Ein werdender Eigentümer liegt nicht vor, wenn er sich den Besitz durch verbotene Eigenmacht verschafft. Im Übrigen lehnt der BGH die dingliche Wirkung des Vorrechts nach dem § 10 Abs. 1 Nr. 2 ZVG ab. Die dingliche Haftung des Wohneigentums wird in der Zwangsversteigerung präzisiert und bestimmt. Schließlich macht sich der Verwalter nach dem § 280 Abs. 1 BGB schadensersatzpflichtig, wenn er die Hausgeldansprüche nicht rechtzeitig geltend macht.

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WEG- und Mietrecht
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