Offenes Treuhandkonto oder Fremdgeldkonto in der WEG-Verwaltung?

Seit der Entscheidung zur Teilrechtsfähigkeit der WEG aus dem Jahre 2005 dürfen nur noch offene Fremdgeldkonten angelegt werden, d. h. Kontoinhaber ist stets die jeweilige Wohnungseigentümergemeinschaft und nicht wie früher üblich der Verwalter.

Hinsichtlich der Anlage der entsprechenden Konten ist in der Praxis der Umgang mit einigen Banken schwierig. Das hängt zum einen damit zusammen, dass der Verband der Wohnungseigentümer (WEG) eine besondere Form von teilrechtsfähiger Gemeinschaft ist und für die Bestellung des Verwalters besondere Vorschriften gelten, die einigen Banken oft unbekannt sind.

 

Der Verwalter ist berechtigt, im Namen der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer und mit Wirkung für und gegen sie im Rahmen der Verwaltung der eingenommenen Gelder gemäß § 27 Abs. 1 Nr. 6 WEG die entsprechenden Konten zu führen.

 

Daraus ergibt sich auch, dass der Verwalter die Konten ohne großen Aufwand anlegen kann. Der Verwalter muss einer Bank grundsätzlich nur die Niederschrift über seine Bestellung (Bestellungsprotokoll) vorlegen. Der Verwaltervertrag ist keine vernünftige Legitimation des Verwalters, denn der Verwalter erlangt die organschaftliche Stellung durch den Beschluss (oder durch Bestellung in der Gemeinschaftsordnung) und nicht durch Abschluss eines Verwaltervertrags. Auch die Verwaltervollmacht ist in der Regel nutzlos, weil diese grundsätzlich nur Berechtigungen erteilen kann, die ohnehin vom Wohneigentumsgesetz legitimiert sind.

 

Die Verwendung eines offenen Treuhandkontos kann zur Abberufung des Verwalters führen.  

 

 

Massimo Füllbeck

mfuellbeck@hotmail.com

WEG- und Mietrecht
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