Mieterhöhung beim Zusammenfallen von Modernisierung und Instandsetzung

Der Vermieter ist berechtigt, die jährliche Miete um 11 Prozent der für die Wohnung aufgewendeten Kosten zu erhöhen, wenn er Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt hat.

Sind bei der Durchführung der Modernisierungsmaßnahmen erforderliche Instandsetzungsmaßnahmen fällig, dann gehören die Kosten, die für Instandsetzungsmaßnahmen erforderlich gewesen wären, nicht zu den aufgewendeten Kosten der Modernisierungsmaßnahmen und müssen von den Gesamtkosten in Abzug gebracht werden.

Hat der Vermieter beispielsweise die aus der Zeit der Errichtung des Wohnhauses stammenden Altbaukastendoppelfenster gegen neue Isolierglasfenster ausgetauscht und waren zum Zeitpunkt der Durchführung der Maßnahme fällige Instandsetzungsmaßnahmen an den Altbaukastendoppelfenstern erforderlich, so müssen die fiktiven Kosten für die tischlermäßige und malermäßige Instandsetzung der Altbaukastendoppelfenster von den Kosten des Fensteraustausches in Abzug gebracht werden.

Bestreitet der Mieter konkret den vom Vermieter angegebenen Kostenanteil für fällige Instandsetzungsmaßnahmen, so ist der Vermieter gehalten, die Maßnahmen für die fälligen Instandsetzungsarbeiten und die hierauf entfallenden Kosten nachvollziehbar darzustellen. Insofern empfiehlt es sich, den Zustand des betreffenden Bauteils vor Durchführung der Modernisierungsmaßnahmen zu dokumentieren und ein Angebot für die fälligen Instandsetzungsmaßnahmen einzuholen.

Karsten Schöneck
www.brunner-law.de

WEG- und Mietrecht
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